Haben Sie keine Angst, Ihr Leben zu verändern!

3. Februar 2015
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Kennen Sie das seltsame Gefühl, dass der nächste Lebenszyklus zu Ende geht und Sie scheinbar am Rande stehen, bevor Sie sich auf das nächste, neue Niveau begeben? Sie haben bereits viel erreicht und Sie versuchen jetzt zu erahnen, wohin Sie weiter gehen sollten. In Ihren Gedanken wenden Sie sich nun entweder der Vernunft und Ihrer Lebenserfahrung zu, oder Sie versuchen Ihren weiteren Weg zu finden, indem Sie auf Ihre Intuition hinhören, oder Sie hören auf, nach Antworten auf Ihre Fragen zu suchen, und ergeben sich Ihrem Schicksal.

Ich erinnere mich, dass ich zunächst durch das Herannahen der Veränderungen Angst hatte, weil die vertraute und geordnete Vergangenheit zurückblieb und nur Ungewissheit bevorstand.

Nach einiger Zeit hatte ich aber vor diesem Zustand der Ungewissheit fast keine Angst mehr und ich fing an, auf das kommende Neue mit Interesse zu warten. Vorzeichen zukünftiger Veränderungen wurden erkennbar, störten mich nicht mehr wegen des Unvorhersehbaren und es trat bei mir sogar ein positives Interesse für das Neue auf. Die geänderte optimistische Lebenseinstellung hatte positive Erwartungen gebracht und diese trugen dazu bei, mit Unterstützung des Glaubens und der Hoffnung, die Schwierigkeiten der Übergangszeit zu bewältigen.

Und dann.

Genau dann, wenn Sie gelernt haben, sich an die zyklische Natur des Lebens anzupassen, beginnt es für Sie neue und unerwartete Aufgaben zu stellen. In dieser Situation ist es wichtig, sich weder mit Schlussfolgerungen noch mit Entscheidungen zu beeilen. Und selbst wenn es Ihnen so vorkommt, dass das Leben Ihnen mit seinen Überraschungen einen „Bärendienst“ erweist, lassen Sie nicht Ihre Hände sinken. In der Tat wird das Leben in Ihnen Stärken entwickeln, von denen Sie jetzt noch gar nichts erahnen.

Natürlich dachte ich nicht sofort so, als ich vom Arzt die Worte gehört habe: „Sie haben Krebs.“ Ich weinte.  Ich weinte … die ersten zwei Tage. Im Allgemeinen ist es nämlich sehr einfach, zu weinen, wenn man sich ja selbst bedauert. Aber dann überblickte ich mein bisheriges Leben und berechnete ängstlich das Alter meiner Kinder zu der Zeit, wenn …

Ich kann nicht sagen, was zum Wendepunkt führte. Es war vielmehr die Summe aus Personen, Fakten und Ereignissen. Aber auch der lawinenartige Strom neuer Informationen, die ich auf mich einströmen ließ und die meinen Forschungsgeist in kurzer Zeit wieder zum Leben erweckte.

Ich habe augenblicklich meine Sicht auf die ZEIT revidiert. Die Länge der Zeit hängt ja ganz davon ab, womit sie angefüllt ist. Es können die Minuten ewig nicht vergehen, und die Jahre können verfliegen. Bis zu einem gewissen Grad habe ich es schon früher verstanden, aber jetzt fühlte ich das buchstäblich in meiner Haut. In der Kindheit wussten wir nicht, wie man Pläne macht, wir lebten spontan, jeder Tag war voller Entdeckungen. Wenn Sie sich erinnern, verging die Zeit damals viel langsamer. Als wir aufwuchsen, lernten wir die Zeit zu kontrollieren: Planung, Zeitmanagement … und die Zeit verlief viel schneller.

Und wie ist es jetzt? Die Zeit für uns persönlich haben wir fast verloren und der tägliche übertriebene Rhythmus des Lebens übertönt die Stimme der Intuition. Ein solches Tempo wird sich fortsetzen, bis die Stunde X kommt, an die wir wahrscheinlich gar nicht denken.

Jeder hat in seinem Leben das, wozu er bereit ist, zuzustimmen. Dies ist sein derzeitiges Wertesystem und wie er die Zeit zwischen seinen Interessen, Familie und Arbeit aufteilt. Auch die Möglichkeiten des eigenen Körpers und Geistes. All dies ist das Ergebnis der persönlichen Auswahl und Verantwortung. So viele Bücher wurden über diese Dinge geschrieben, dass die Geschäfte und Bibliotheken davon überfüllt sind, und trotz dieser Masse an Literatur lebt und wird die große Mehrheit der Menschen nicht gesünder. Ein Mensch, der sich in die Erfahrungen anderer einliest und viele bewusste und unbewusste Ängste hat, wird versuchen, die neuen Informationen für sich selbst anzupassen. Nach dem Lesen wird man dann einige Schlussfolgerungen ziehen, und sich dann beruhigen, weil man diese Sachen begriffen hat. Hier endet in der Regel das selbstständige Arbeiten am persönlichen Wachstum. Aber dieses Wissen wird nicht in das eigene Leben integriert, es bleibt reine Theorie. Die Menschen werden oft erkenntnisreicher aber sie setzen dieses Wissen nicht in die Praxis um und werden nicht weiser.

Beim Erleben einer heftigen Schicksalswende verhält sich jeder von uns anders. Einer wendet sich an Gott, geht in die Kirche, ein anderer sucht nach Ursachen für die Probleme in seinem „falschen“ Verhalten und nimmt die Schwierigkeiten als Strafe wahr, jemand anderer geht zu einem Psychologen, um sich Klarheit über seine negativen Einstellungen zu schaffen, und wieder ein anderer wendet sich der Mystik zu… Der Weg der Diagnoseerfahrung passt nicht immer genau in die klassischen fünf Stufen, die in der medizinisch-psychologischen Literatur beschrieben werden. Da wir alle verschieden sind, ist die Reaktion auf die Diagnose und der Weg der Genesung für jeden unterschiedlich.

Die gefährliche Diagnose brachte KLARHEIT in mein Leben, verengte und verkürzte die Kausalzusammenhänge zwischen den Realitäten um mich herum so sehr, dass viele Fragen und Wünsche wegen ihrer Bedeutungslosigkeit verschwanden.Wir geben vielen Dingen ungerechtfertigt großen Wert und haben keine Zeit zu bemerken, wie wir zu Geiseln unserer eigenen Abhängigkeiten werden. So leben die meisten Menschen. Das ist biologisch determiniert und es gilt daher nicht als etwas Unnatürliches. Es kommt jedoch vor, dass einige von uns aufgrund verschiedener Umstände über den Rahmen eines bequemen und vorhersehbaren Systems hinaus, gestärkt im Laufe der Jahre hinausgehen. Gleichzeitig verlieren sie viel… aber sie gewinnen Vieles mehr.

Ich werde mich bei meiner Krankheit nicht für die wichtigen Veränderungen bedanken, die schon passiert sind und die mit mir noch passieren werden. Diese Erfahrung zu erkennen, zu schätzen und zu nutzen, ist meine eigene Leistung. Die Krankheit hat die Ruhe meines Lebens gestört, das wahrscheinlich irgendwann zu ruhig und bestimmt geworden ist. Meine Krankheit hat den ersten Schritt gemacht, aber die nächsten Schritte, sie zu stören – werde ich machen. Jetzt liegt es an mir, die Gründe, die Bedeutung und die Zukunft meiner Krankheit zu bedenken, obwohl diese Themen in der modernen Medizin als unbekannt gelten. In diesen mehrdeutigen Forschungsprozess einzugreifen, liegt in meiner Macht und ich werde es gerne tun. Von dieser Krankheit werde ich den größtmöglichen Nutzen ziehen. Für mich und für diejenigen, die es brauchen.

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4 Kommentare zum Artikel "Haben Sie keine Angst, Ihr Leben zu verändern!"

  1. Ирина
    4. Februar 2015 at 5:03 pm

    Здоровья Вам!!!

    • Вера
      3. März 2015 at 12:49 am

      Ирина, спасибо! Здоровья всем нам!

  2. Анна Соколова
    5. Mai 2015 at 2:47 pm

    БРАВО!

  3. Марина
    6. April 2016 at 12:46 am

    Я работаю в крупной многопрофильной детской клинике, где,в том числе,лечатся дети с диагнозом „рак“. Когда происходят такие повороты судьбы, реакция и поведение родителей очень разные.Одни с первых дней болезни уже сразу „доживают“ рядом со своим ребенком,отключаясь от окружающей жизни, существуют по инерции. Другие пытаются „приспособиться“ к внезапному „грузу“,уцепившемуся за их ребенка,продолжают воспитывать и учить радоваться,любить жизнь. Даже через боль.Физическую и душевную.Поклон таким! уважение и восхищение!
    И Благодарность за их выносливость и силу характера ,и, за Улыбку их ребенка!
    Спасибо Вам, Вера! За Вашу улыбку и интерес к жизни!
    Счастья вашей семье на долгие годы!

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